Dezember 17

Die Rauhnächte

Zwischen den Jahren liegt das Flüstern der Welt

Die Rauhnächte sind für mich jedes Jahr eine der heiligsten Zeiten. Sie verabschieden das alte Jahr und begrüßen das neue. Sie sind Anfang und Ende zugleich - mystisch, magisch und voller Möglichkeiten.

In diesen Nächten steht die Zeit still. Die Welt scheint zu atmen, leiser, tiefer. Und zwischen diesen Atemzügen liegt etwas, das man fühlen kann: die Möglichkeit, das Kommende mitzugestalten.


Die Zeit zwischen den Jahren

Traditionell beginnen die Rauhnächte am 21. Dezember zur Wintersonnenwende oder am 24. Dezember. Das hängt von der individuellen Überlieferung ab. Ich persönlich halte nichts davon, darüber zu streiten. Es gibt nicht die eine Wahrheit, sondern stets verschiedene Blickwinkel.

Beide Varianten sind nämlich durchaus richtig, denn der Kern bleibt gleich. Es sind die zwölf Nächte zwischen dem alten und dem neuen Jahr.

Jede Nacht steht symbolisch für einen Monat des kommenden Jahres. Was Du in diesen Nächten träumst, denkst oder erlebst, kann Dir Hinweise auf das neue Jahr geben.

Manche beginnen also zur Sonnenwende mit dem Triumph des Lichts über die Dunkelheit. Andere am Heiligen Abend, der durch die feierliche Stimmung den Übergang von der alten zur neuen Zeit markiert.

Wichtig ist gar nicht so sehr das exakte Datum, sondern vielmehr das bewusste Erleben.


Raunächte oder Rauhnächte - welche Schreibweise ist richtig?

Wenn Du über diese besondere Zeit liest, wirst Du schnell merken: Mal steht dort Rauhnächte, mal Raunächte. Und beides ist richtig.

Das Wort hat alte Wurzeln und stammt vermutlich von "Rauch" oder "rau" ab. In manchen Regionen wurden in diesen Nächten die Häuser ausgeräuchert zur Reinigung, zum Schutz und als Segen für das neue Jahr. 

Andere führen den Ursprung auf das althochdeutsche ruch oder rûch zurück, was "haarig" oder "wild" bedeutet - ein Hinweis auf die ungezähmte, mystische Energie dieser Zeit und auf die Gestalten der Wilden Jagd, die durch die Dunkelheit ziehen.

Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich die Schreibweise und heute gelten beide Varianten als gleichwertig.

Ich selbst schreibe Rauhnächte. Egal, wie Du es schreibst: Die Magie bleibt dieselbe!

Was geschieht in den Rauhnächten?

In alten Überlieferungen gelten die Rauhnächte als eine Zeit, in der sich die Schleier zwischen den Welten lichten. Geister, Ahnen und Götter sollen näher sein als sonst. Es ist die Zeit der Weberinnen de Schicksals, die am Spinnrad der Welt sitzen und die Fäden des kommenden Jahres ordnen.

Ich sehe sie auf einer eisigen Waldlichtung, am Rande eines gefrorenen Sees. Eine Hütte aus Holz, Rauch aus dem Kamin, Kerzenlicht im Fenster. Drinnen sitzen Frauen und spinnen die Fäden der Zukunft, unsere Wege, unsere Wünsche.

Wie ich die Rauhnächte erlebe

In meiner Familie sind die Rauhnächte eine feste Tradition. Wir legen in der Silvesternacht Karten für das kommende Jahr, orakeln, räuchern, reflektieren und planen.

Unser älterer Sohn legt seit vielen Jahren mit dem Mops-Tarot für uns und seine Trefferquote ist beeindruckend.

Man muss in den Rauhnächten nicht jeden Tag etwas tun. Es genügt, wenn man sich einmal ganz bewusst Zeit nimmt. Zum Beispiel für ein großes Jahresorakel oder eine Meditation.

Ich selbst ziehe in diesen Nächten Karten für mich, meine Familie und meine engsten Freundinnen. Die Themen, die sich zeigen, trage ich in meinen Kalender ein und sie begleiten mich durch das Jahr.

Alte Bräuche und moderne Rituale

Das Räuchern gehört für mich fest dazu. Ich reinige die Räume, öffne das Fenster und lasse das Alte gehen. Der Rauch trägt weg, was schwer geworden ist und macht Platz für Neues.

Auch das Schreiben spielt eine Rolle. Ich halte Träume, Gedanken und Zeichen fest, denn sie sind Botschaften der Seele.

Viele Menschen nutzen auch das Wunschritual. Zwölf Zettel mit Herzenswünschen, von denen jede Nacht einer verbrannt wird, bis der letzte übrig bleibt. Er steht für den Wunsch, den Du selbst im neuen Jahr erfüllen darfst. Dieses Ritual hat in den letzten Monaten für kritische Diskussionen gesorgt. Darin hieß es, das Ritual würde Druck aufbauen und den Wünschenden stressen. Ich bin anderer Meinung. Für mich symbolisiert dieses Ritual, dass man nicht nur Bestellungen an die Götter abgeben kann, sondern sein Glück auch selbst in die Hände nehmen sollte. Rituale sind für mich kein Grund, die Verantwortung für sein Leben zu vergessen. 

Die Energie der Rauhnächte

Jede Nacht hat ihre eigene Schwingung:

  1. Rauhnacht - Januar - Reinigung, Neubeginn
  2. Rauhnacht - Februar - Frieden, Ruhe
  3. Rauhnacht - März - Mut, Aufbruch
  4. Rauhnacht - April - Wachstum, Vertrauen
  5. Rauhnacht - Mai - Liebe, Verbindung
  6. Rauhnacht - Juni - Kraft, Fülle
  7. Rauhnacht - Juli - Kreativität, Freude
  8. Rauhnacht - August - Dankbarkeit
  9. Rauhnacht - September - Erkenntnis
  10. Rauhnacht - Oktober - Loslassen
  11. Rauhnacht - November - Innenschau
  12. Rauhnacht - Dezember - Vision & Manifestation
Räucherkegel Nymphentanz auf Pentagram-Räucherkegelhalter mit Deko aus Glasperlen und violetten Blumen

Mein Rat für Dich

Manchmal reicht es, still zu werden. Zu lauschen. Zu spüren, welche Themen sich zeigen. Die Rauhnächte sind kein To-Do-Programm. Sie sind eine Einladung. Zum Zuhören. Zum Fühlen. Zum Sein. 

Wenn Du in dieser besonderen Zeit eine Karte ziehst, eine Kerze anzündest oder einfach träumst - tu es mit Bewusstsein. Denn Deine Seele hört zu. 

Angezündetes Räucherwerk Fast Luck in Räucherschale mit Sand und brennenden Kerzen im Hintergrund

Zum Schluss

Ob Du am 21. oder am 24. beginnst, ob Du jede Nacht feierst oder nur einmal orakelst - entscheidend ist, dass Du es fühlst.

Diese Nächte gehören Dir. Sie gehören der Stille. Dem Neuen, das kommen will. Und dem Alten, das Frieden finden darf.

Die Rauhnächte sind ein Geschenk. Öffne sie - ganz leise. Und das Jahr öffnet sich für Dich.


Über die Autorin

Ich bin Stefanie Gralewski und das hier ist mein Blog. Es ist kein Anleitungsblog, nicht gefüllt mit Weisheiten oder weltbewegenden Themen.

Ich teile hier meine Gedanken, Ansichten und Ideen mit dem, der es lesen möchte.

Mein Alltag ist zuweilen anstrengend, magisch, nachdenklich, lustig – aber immer voller Neugier auf das Leben.

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