Oktober 7

Feierabend im Kopf

Ein Schließritual für alles, was bis morgen warten kann

Es gibt Menschen, die nehmen ihren Arbeitslaptop mit nach Hause. Andere brauchen dafür keinen Laptop. Bei ihnen kommt die Arbeit einfach im Kopf mit.

Da sitzt dann der unfreundliche Gast beim Abendessen neben Dir. Die Bemerkung Deiner Kollegin belegt ungefragt einen Platz auf Deinem Sofa und die unerledigte Aufgabe liegt mit im Bett. Eingeladen hast Du niemanden. Gehen wollen sie trotzdem nicht.

Besonders anstrengend wird das, wenn Du während Deiner Arbeit ständig mit anderen Menschen zu tun hast. Du hörst zu, bleibst freundlich, reagierst auf Wünsche und löst Probleme. Manches davon ist Teil Deines Berufes. Manches gehört eigentlich dem Menschen, der es bei Dir abgeladen hat.

Nach Feierabend lässt sich das nicht immer sauber voneinander trennen. Ein Gedanke führt zum nächsten und schon führst Du ein Gespräch zum fünften Mal, nur eben diesmal mit den Antworten, die Dir drei Stunden zu spät eingefallen sind.

Ich finde, Arbeit darf nach der Arbeit geschlossen werden. Und wenn es nötig ist, dann ganz buchstäblich.


Warum der Kopf Dinge festhält

Manche Gedanken sind richtig nützlich. Du erinnerst Dich an eine echte Aufgabe, die Du morgen erledigen musst, zum Beispiel jemanden anrufen oder eine Entscheidung treffen. Dein Kopf hält die Information fest, weil er verhindern will, dass Du sie vergisst. 

Diese Gedanken kannst Du durch eine einfache Notiz (z. B. in meinen Hexenkalender in der Light-Edition - hier bestellbar) abspeichern, um Deinen Kopf zu entlasten

Andere Gedanken entstehen aus einer Begegnung. Jemand war unhöflich, hat Dich ungerecht behandelt oder eine Grenze überschritten. Du suchst nach der passenden Reaktion, obwohl die Situation längst beendet ist.

Und dann gibt es noch fremde Erwartungen. Wenn eine Kollegin unzufrieden war und das an Dir ausgelassen hat. Oder ein Kunde etwas kritisiert hat, was Du nicht ändern kannst und möglicherweise selbst nicht so toll findest. Dann entsteht schnell das Gefühl, du wärst für die Stimmung des anderen verantwortlich.


Die Magie des Verschließens

Mit Ritualen können wir nicht nur reinigen, verstärken oder anziehen. Wir können Dinge auch begrenzen, binden, verschließen und sortieren.

Eine geschlossene Schachtel oder Box bildet einen klar abgegrenzten Raum. Was darin liegt, bleibt dort, bis Du es wieder daraus löst. Eine Schnur darum verstärkt diese Grenze und ein Knoten hält sie fest verschlossen.

Das Ziel dieses Rituals besteht nicht darin, Deine Gedanken völlig auszulöschen und auch belastende Begegnungen werden nicht nachträglich ungeschehen. Es geht vielmehr darum, dass Du ihnen das Recht auf Deine Zeit und Deine Stimmung entziehst. 

Für dieses Ritual richtest Du Dir eine Feierabendbox ein. Sie bleibt in der Nähe Deiner Arbeitstasche oder einem anderen festen Platz. Sie gehört weder auf den Nachttisch noch mitten ins Wohnzimmer. Dein Job darf einen festen Ort in Deinem Zuhause haben, muss aber nicht alles übernehmen.


Deine Feierabendbox

Für das Ritual brauchst Du:

  • eine kleine Box oder Schachtel mit festem Deckel
  • eine dunkle Schnur oder Band
  • kleine Papierstreifen oder Notizzettel
  • einen Stift
  • eine Schere aus Metall ohne Kunststoff
  • ein Aura- oder Raumreinigungsspray (z. B. Purifying Moon für Reinigung und Klärung - hier bestellbar)

Die Box sollte blickdicht sein und sich vollständig verschließen lassen. Du musst keinen besonderen magischen Gegenstand kaufen. Eine kleine Holzbox, eine feste Pappschachtel oder eine Dose erfüllten ihren Zweck. 

Wähle die Box dennoch bewusst aus. Sie wird zu einem festen Ritualgegenstand und soll stabil genug sein, Dich lange zu begleiten.

Die dunkle Schnur steht für Begrenzung und Abgrenzung. Sie wird nur für diese Box benutzt, sollte sich immer wieder gut öffnen lassen und bleibt außerhalb des Rituals stets um die Box gebunden.


Das Ritual

Das Ritual dauert etwa fünf Minuten. Du kannst es direkt nach dem Heimkommen oder zu Beginn Deines Feierabends durchführen.

1. Öffnen

Nimm die Schnur ab und öffne den Deckel. Sprüh einmal mit dem Auraspray in die Box hinein. Wenn Du magst, kannst Du sie vor der ersten Anwendung gründlich ausräuchern. Ganz unten legst Du die Schere hinein. Wichtig ist, dass sie vollständig aus Metall ist. Sie soll alten Überlieferungen nach alte energetische Fäden abschneiden. Die Schere bleibt dauerhaft in der Schachtel liegen.

Die geöffnete Box ist jetzt bereit, alles aufzunehmen, was Dich und Deinen Feierabend belastet.

2. Aufschreiben

Schreibe jeden Gedanken einzeln auf einen eigenen Papierstreifen. Formuliere möglichst knapp.

Zum Beispiel:

Die Bemerkung von Sabine hat mich verletzt.
oder
Ich ärgere mich über meinen Fehler.
oder
Der Frust der Kundin lag nicht in meiner Verantwortung.
usw.

Schreib keine seitenlangen Berichte. Ein Satz reicht aus. Er muss nur eindeutig genug sein, damit Dein Kopf ihn nicht weiter aufbewahren muss.

3. Auflösen

Zerreiße den Zettel einmal und gib ihn in die Box. Wenn sie irgendwann voll ist, darfst Du alle darin enthaltenen Zettel in den Müll entsorgen (und sofort aus Deinem Zuhause entfernen). Sprüh einmal das Auraspray auf alle Zettel.

4. Abschließen

Wenn alle Gedanken gelöst sind, setzt Du den Deckel auf. Wickle das dunkle Band um die Box und binde einen festen Knoten. Nimm Dir einen Moment Zeit und konzentriere Dich auf die geschlossene Box. Sprühe das Reinigungsspray in den Bereich um die Box oder nach Anwendungshinweis in Deine Aura. 

Anschließend stellst Du die Box an ihren festen Platz. Dort bleibt sie geschlossen. Wenn Dir später am Abend wieder einer der abgelegten Gedanken durch den Kopf geht, musst Du die Box nicht erneut öffnen. Konzentriere Dich darauf, dass alles fest verschlossen ist und Dich nicht mehr belasten muss.


Wenn Du im Homeoffice arbeitest

Im Homeoffice fehlt häufig die sichtbare Grenze zwischen Arbeitsplatz und Zuhause. Der Schreibtisch steht im Wohnzimmer, berufliche Nachrichten kommen auf das private Telefon und nach dem Abendessen wird "nur kurz" in das Emailpostfach geschaut. 

Gerade hier kann die Feierabendbox hilfreich sein. Die Box übernimmt dann die Funktion einer geschlossenen Bürotür.


Häufige Fragen zur Feierabendbox

Welche Gedanken gehören in die Box?

Prinzipiell alles, was Dich rund um das Thema Job beschäftigt. Möchtest Du eine Box auch für private Konflikte verwenden, solltest Du eine zweite einrichten. Vermischst Du Arbeit, Familie, Partnerschaft und Freundschaften in einem einzigen Behälter, verliert das Ritual seine klare Zuordnung.

Darf jemand anderes die Box öffnen?

Deine Feierabendbox enthält persönliche Gedanken und ist ein eigener Ritualgegenstand. Sie sollte nur von Dir geöffnet werden. Bewahre sie an einem Ort auf, an dem andere Menschen sie nicht versehentlich benutzen.


Heute geschlossen

Du wirst auch mit einer Feierabendbox nicht verhindern, dass Dir nach der Arbeit noch ein Gedanke durch den Kopf geht. Jedoch kannst Du entscheiden, ob Du ihn den ganzen Abend füttern möchtest.

Schreib ihn auf, löse ihn und verschließe die Energie.

Heute ist Feierabend.

Über die Autorin

Ich bin Stefanie Gralewski und das hier ist mein Blog. Es ist kein Anleitungsblog, nicht gefüllt mit Weisheiten oder weltbewegenden Themen.

Ich teile hier meine Gedanken, Ansichten und Ideen mit dem, der es lesen möchte.

Mein Alltag ist zuweilen anstrengend, magisch, nachdenklich, lustig – aber immer voller Neugier auf das Leben.

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